Bei Siemens Energy wächst die Angst vor einer Zerschlagungs-Kaskade
Bei Siemens Energy wächst die Angst vor einer Zerschlagungs-Kaskade
Nach einem Maschinenbaustudium in Paris, einem Master in Harvard, Stationen bei der Boston Consulting Group, dem Prüfkonzern Bureau Veritas und dem Energieversorger Engie leitet de Chammard seit 2022 die kleinste Sparte des Dax-Riesen Siemens Energy mit dem sperrigen Namen Transformation of Industry. Am Dienstag vor einer Woche hatte sie intern ihren bisher wohl wichtigsten Auftritt vor einem erlesenen Kreis. Gemeinsam mit CEO Christian Bruch (56) präsentierte de Chammard dem 20-köpfigen Kontrollgremium, angeführt von Ex-Siemens-Boss Joe Kaeser (69), warum die Einheit mit 5,7 Milliarden Euro Umsatz und 17.000 Beschäftigten als eigenständige Firma besser dran wäre. Im Zuge des „Project Voyager“ – das manager magazin berichtete im Juni exklusiv – könnte Energy zunächst 60 Prozent der Anteil an Transformation of Industry veräußern. 3 Milliarden Euro Investitionslücke De Chammards zentrales Argument für den avisierten Exit: Im internen Wettstreit mit den drei anderen Geschäftsbereichen Gas, Netze und Windkraft um die verfügbaren finanziellen Ressourcen drohe ihre Einheit zu kurz zu kommen. Konkurrenten wie Baker Hughes investieren jährlich bis zu 9 Prozent ihres Umsatzes. Transformation of Industry liegt laut Insidern deutlich darunter, bei einem Niveau von etwa 4 Prozent. Man bleibe damit unter seinen Möglichkeiten. Und die Lücke zu den Wettbewerbern könnte in den nächsten Jahren größer werden.